Sie sägten das Dach auf

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Clair-obscur Saxophonquartett in Ditzum

Das Clair-obscur Saxophonquartett macht sich auf den Weg zur Kirche, Foto: Karlheinz Krämer
Das Clair-obscur Saxophonquartett macht sich auf den Weg zur Kirche, Foto: Karlheinz Krämer

Keine Ahnung, wie der Informationsfluss im ostfriesischen Funkloch erfolgreich vonstatten geht, aber in kürzester Zeit hatte sich offenbar herumgesprochen, was man verpassen würde, wenn man keine Karten für Ditzum sein eigen nennt, weshalb das Gezeitenkonzert des Berliner Clair-obscur Saxophonquartett am 26. Juli um 17:00 Uhr in der Kirche für meine Begriffe unfassbar schnell ausverkauft gemeldet wurde.

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Sokolov in Leer

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Sokolov in Leer.

Grigory Sokolov beim Gezeitenkonzert in Leer, Foto: Karlheinz Krämer
Grigory Sokolov beim Gezeitenkonzert in Leer, Foto: Karlheinz Krämer

Machen Sie ruhig eine Pause. Gehen Sie durchs Haus, schlagen die Lokalzeitung auf, trinken Sie einen Tee und lassen diesen Satz noch einmal nachwirken.

Sokolov in Leer. Darauf haben wir seit zwei Jahren gewartet. Damals kündigte Matthias Kirschnereit diese haarsträubende Idee an, einen der besten Pianisten der Welt zu den Gezeitenkonzerten einzuladen. Im letzten Jahr kamen Termine dazwischen, jetzt hat es endlich geklappt.

Sokolov in Leer. Das heißt: ausverkauftes Theater an der Blinke mit 735 Gästen. Wer an diesem Freitag an großer Kunst und klassischer Musik interessiert ist, hat in Leer zu sein. Alles andere ist Blasphemie und nicht ernst zu nehmen. →Weiterlesen… “Sokolov in Leer”

Elf Spieler sollt ihr sein

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Wassily Gerassimez (Cello) und Hanni Liang (Klavier) - im Hintergrund: Elisabeth Brauß, die für die Kollegin spontan die Noten wendet; Foto: Karlheinz Krämer
Wassily Gerassimez (Cello) und Hanni Liang (Klavier) – im Hintergrund: Elisabeth Brauß, die für die Kollegin spontan die Noten wendet; Foto: Karlheinz Krämer

Ein halbe Note besteht aus zwei Viertelnoten. Zwei Herzschlägen. Seit dem durchschlagenden Erfolg der ersten Langen Nacht der Gipfelstürmer schlägt auch dieses Format zweimal aufeinander in Aurich die Saiten an. Teilte man sich letztes Jahr noch die Konzertorte auf (Hotel am Schloss und Ostfriesische Landschaft), war man jetzt nur in die Landschaft gegangen. Zweimal ausverkauftes Haus am Freitag und Sonnabend. Für das Team sicherlich eine entspanntere Situation, muss man doch nur einmal auf- und abbauen.

Das Konzept ist schnell erzählt. Zwei Handvoll junge, hochmotivierte, und ebenso talentierte Musiker kommen als Gipfelstürmer zu den Gezeitenkonzerten und spielen in unterschiedlichen Konstellationen ein Wandelkonzert. Publikum und Künstler wechseln die Räume und sind die ersten beiden Teile noch ein klassisches Pflichtprogramm, entscheiden die Musiker im dritten Teil spontan, wer die Bühne betritt. →Weiterlesen… “Elf Spieler sollt ihr sein”

Das singende Cello in Wittmund

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Daniel Müller-Schott und Matthias Kirschnereit in der Nicolaikirche Wittmund

Warten auf den Einlass zum Gezeitenkonzert vor der Kirche Wittmund, Foto: Karlheinz Krämer
Warten auf den Einlass zum Gezeitenkonzert vor der Kirche Wittmund, Foto: Karlheinz Krämer

Man kommt sich zwar ein wenig blöd vor, wenn man von seinen eigenen Konzerten nur schwärmen kann, aber was soll ich sagen? Auch der Duo-Abend von Daniel Müller-Schott und Matthias Kirschnereit war nun einmal ein grandioses Erlebnis. Entgegen anders lautenden Gerüchten, kennen die beiden einander noch gar nicht so lange. Erst im vergangenen Jahr haben sie sich bei einem gemeinsamen Konzert kennengelernt.

In der Kirche zu Wittmund stand bei diesem Gezeitenkonzert zuerst Robert Schumanns Adagio und Allegro für Violoncello und Klavier in As-Dur op. 70 auf dem Programm. Ein kurzes Stück, nur neun Minuten lang, aber das hatte es schon gleich in sich. Nach den ersten Takten war man sofort in der Musik abgetaucht. Langsam, mit innigem Ausdruck begann das Cello zu singen, das Klavier später einsetzend blieb dezent im Hintergrund. →Weiterlesen… “Das singende Cello in Wittmund”

Carolin Widmann in Carolinensiel

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Neue Horizonte in der Deichkirche

Konzentration bis zum Anschlag: Carolin Widmann in der Deichkirche Carolinensiel
Konzentration bis zum Anschlag: Carolin Widmann in der Deichkirche Carolinensiel

Es gibt Konzerte, die öffnen neue Horizonte: Das Gezeitenkonzert mit Carolin Widmann und Matthias Kirschnereit am Sonntagnachmittag in der kleinen, aber sehr feinen Deichkirche zu Carolinensiel war so eins. Trotz nummerierter Plätze saßen alle 120 Gäste schon um fünf vor fünf auf ihren Plätzen. Dieses Auditorium ist für Künstler, die auf der ganzen Welt spielen, eine völlig neue Größenordnung und sehr inspirierend.

Carolin Widmann hatte das Glück, bereits am Vortag anreisen und sich tatsächlich ein wenig in Ostfriesland akklimatisieren zu können. So erklomm sie die Bühne und drückte zu allererst einmal aus, dass es ihr ein besonderes Vergnügen sei, mit diesem Vornamen an diesem Ort spielen zu dürfen. Sie habe seit der Uraufführung im März das für sie geschriebene Stück „In vivo“ von Pascal Dusapin erst ganze drei Mal gespielt, zuletzt zu Beginn der Woche in Chicago in den USA. →Weiterlesen… “Carolin Widmann in Carolinensiel”

Was für ein Konzert

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Dramatische Vorgeschichte

Endlich angekommen: Anna Vinnitskaya beim Einspielen, Foto: Karlheinz Krämer
Endlich angekommen: Anna Vinnitskaya beim Einspielen, Foto: Karlheinz Krämer

Am Samstag sollte ja nun kurzfristig die 32-jährige Pianistin Anna Vinnitskaya für die erkrankte Maria João Pires einspringen. Alles war vorbereitet, der NDR baute ab mittags in der Neuen Kirche auf. Morgens war klar, Anna kommt mit ihrem Mann mit dem Auto aus Hamburg. Nachmittags erreichte uns ein Anruf: Das Auto hatte eine Panne und konnte mit der defekten Lichtmaschine nicht weiterfahren. →Weiterlesen… “Was für ein Konzert”

Bilder im Kopf

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Thomas Müller-Pering, Wally Hase und Jan Philipp Reemtsma, Foto: Karlheinz Krämer
Thomas Müller-Pering, Wally Hase und Jan Philipp Reemtsma, Foto: Karlheinz Krämer

Zum ersten Mal zu Gast waren die Gezeitenkonzerte der Ostfriesischen Landschaft am Samstagabend in der reformierten Kirche zu Loppersum, ein wenig versteckt, dafür aber sehr idyllisch gelegen. „Musik und Lyric“ stand auf dem Programm mit dem Titel „Irdisches Vergnügen“, dargeboten von Wally Hase (Flöte), Thomas Müller-Pering (Gitarre) und Jan Philipp Reemtsma (Rezitation).

 

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Mandoline mit Avi Avital in Sengwarden

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Avi Avital, Foto: Guy Hecht
Avi Avital, Foto: Guy Hecht

Nicht nur klein und mehr als fein

In der Reihe „Seltene Soloinstrumente“ hatten die „Gezeitenkonzerte“ noch nicht wirklich viel zu bieten – sieht man einmal von einigen Schlagzeugbatterien, diversen Saxophonen und anderen solistischen Nischeninstrumenten wie Harfe oder Bratsche ab. Aber 2015 ist es anders. Nicht nur das Aleph Gitarrenquartett (am 1. August in Hesel) bringt besondere spezielle Farbe ins Programm, ganz besonders ist dies mit der Kremerata Baltica und dem Solisten des Abends, Avi Avital, der Fall. Denn Avi Avital spielt – Mandoline!

 

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Clair-obscur im Doppelpack

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Bald geht’s los!

Clair-obscur, Foto: Boris Streubel
Clair-obscur, Foto: Boris Streubel

Jetzt sind es noch drei Wochen bis zum Auftakt der Gezeitenkonzerte. Langsam füllen sich – zumindest auf dem Bildschirm – die Säle. Das ist einerseits schön, andererseits ist es schade fürs Publikum, wenn für viele Konzerte keine Karten mehr erhältlich sind. Dann sind solche Angebote wie vom Clair-obscur Saxophonquartett, das Gezeitenkonzert vom Sonntagnachmittag am Abend noch einmal zu wiederholen, natürlich sehr willkommen. Wir hätten uns nicht getraut, danach zu fragen, weil wir wissen, dass es gerade für Bläser sehr anstrengend ist, innerhalb von kurzer Zeit gleich zweimal volle Leistung zu bringen. Umso mehr haben wir uns über die Mail der Agentur gefreut, gerade, weil wirklich viele speziell auf das Programm „We’ve got Rhythm“ abgefahren sind. →Weiterlesen… “Clair-obscur im Doppelpack”

Der Meister beim Gezeitenkonzert in Leer: Grigory Sokolov

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Grigory Sokolov (c) AMC Verona
Grigory Sokolov (c) AMC Verona

In Zusammenarbeit mit dem Verein junger Kaufleute Leer e. V. und gefördert von Frisia Möbelteile freuen wir uns sehr darauf, dass Grigory Sokolov am 24. Juli 2015 ein Gezeitenkonzert im Theater an der Blinke in Leer gibt. Für 2014 musste der große Meister uns kurzfristig absagen, da sich ein bereits zugesagter Termin in Frankreich im Kalender unsichtbar gemacht hatte.

Für viele, so auch für den künstlerischen Leiter der Gezeitenkonzerte Matthias Kirschnereit, ist Sokolov einer der bedeutendsten Pianisten unserer Zeit. Viele schwärmen von seinem Vermögen, sein Publikum in seinen Bann zu ziehen und zu verzaubern. Man bereitet sich ja ein wenig auf „seine Künstler“ vor, liest das eine, hört das andere und macht sich ein Bild und ist gespannt, ob sich der eigene Eindruck bestätigt. Vielfach wird der kantable Klang seines Spiels beschrieben, ebenso wie die Leidenschaft, die Energie und Virtuosität. →Weiterlesen… “Der Meister beim Gezeitenkonzert in Leer: Grigory Sokolov”

Wir bedanken uns bei unseren Festivalförderern