Die schöne Müllerin in Völlen

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Das Gezeitenkonzert Nr. 4 in der Kirche zu Völlen mit Schuberts “Die schöne Müllerin”

Verena Metzger und Matthias Winckhler, Foto: Karlheinz Krämer
Verena Metzger und Matthias Winckhler, Foto: Karlheinz Krämer

Verena Metzger und Matthias Winckhler haben wir bei der Langen Nacht der Gipfelstürmer im Hotel am Schloss im Rahmen der Gezeitenkonzerte der Ostfriesischen Landschaft im letzten Jahr erstmalig erleben dürfen. Da haben sie so viel Eindruck hinterlassen, dass nicht nur von unserem Programmheft-Autor Ulf Brenken, sondern auch von weiteren Gästen aus dem Publikum angeregt wurde, dass die beiden doch ein ganzes Gipfelstürmer-Konzert mit Schuberts Liederzyklus „Die schöne Müllerin“ bekommen sollen. Matthias Kirschnereit hat diese Anregung gerne aufgenommen. Ausgesucht hatten wir dafür die schöne kleine Dorfkirche in Völlen. Vormittags hatte Verena bereits einen Einsatz beim dritten und letzten TONALiA-Schulkonzert vor 600 (!) Schülerinnen und Schülern des Johannes Althusius Gymnasiums Emden: Klavier solo. Die Schülermanager haben das wunderbar vorbereitet, und auch Verena kam dort sehr sympathisch rüber und wird bestimmt einen positiven Eindruck hinterlassen haben (Bericht folgt).

Verena Metzger und Matthias Winckhler beim Gezeitenkonzert in der Kirche zu Völlen, Foto: Karlheinz Krämer
Verena Metzger und Matthias Winckhler beim Gezeitenkonzert in der Kirche zu Völlen, Foto: Karlheinz Krämer

Nun stand also Donnerstagabend Matthias Winckhler an ihrer Seite und gab den gut anzuschauenden Müllergesellen, der sich unsterblich in die Tochter des Müllers verliebt hat. Die Akustik der ausverkauften Kirche passte hervorragend zum intimen Charakter der Komposition und der Stimmgewalt des jungen Baritons. Es muss eine wahnsinnige Herausforderung sein, rund 70 Minuten am Stück diese 20 Lieder mit ihrer Intensität zwischen Verliebtheit, Freude, Eifersucht, Schmerz und Verzweiflung so sauber darzubieten, vor allem für Matthias, dessen kraftvolle Stimme die Kirche füllte und einem hier und da eine Gänsehaut auf die Arme zauberte, als auch für Verena. Gut, dass die beiden schon im Vorfeld zusammen proben konnten und hervorragend miteinander harmonieren.

Die Geschichte
Der Müllergeselle wandert am Bach entlang und kommt zu einer Mühle. Dort fragt er nach Arbeit und verliebt sich in die schöne Tochter des Müllers. Der Bach wird quasi zu seinem Freund, dem er Freud und Leid klagt und bei dem er sich zu entspannen versucht. Nach vielen Zweifeln signalisiert ihm die schöne Müllerin, dass sie ihn auch ganz sympathisch findet. Dann jedoch kommt der besser situierte, spannender erscheinende Jäger vorbei, und sie wendet sich fortan lieber ihm zu. Der Müllergesell vergeht vor Eifersucht und Schmerz und wendet sich dem Bache zu, in dem er sich nach Klagen seines Leides schließlich ertränkt. Die ganze Gefühlswelt lag in diesen 70 Minuten.

Das zwölfte Lied trägt den Namen “Pause”, was einen Gast dazu animierte, zu sagen: “So, nun nach der Pause dürfen wir ja wohl alle mal klatschen!”, was tatsächlich einen großen Teil des Publikums zum Mitklatschen animierte. Irgendwie war es lustig, aber für die Künstler sicher auch etwas schwierig, da es sie in ihrer Konzentration störte.

Ein prüfender Blick von Gert Ufkes: Das Banner steht! Foto: Karlheinz Krämer
Ein prüfender Blick von Gert Ufkes: Das Banner steht! Foto: Karlheinz Krämer

An diesem lauen Sommerabend, dem zweiten Sonnentag nach dem 5. Juni, dem 50. Hochzeitstag von Ehrenpräsident Helmut Collmann und seiner Frau Elise, der die Begrüßung heute übernommen hatte, standen die Haasen mit ihrem Catering im Anschluss an das vergleichsweise kurze Programm noch zur Verfügung. Das Angebot wurde gerne angenommen, konnte man sich so noch länger über die herausragenden künstlerischen Leistungen der beiden jungen Musiker austauschen. Fazit war: Es hat gefallen, sehr sogar! Die Förderer von der Raiffeisenbank Flachsmeer waren ebenfalls sehr zufrieden und wünschten sich mehr davon. Wer weiß, vielleicht gibt es ja beim nächsten Mal Schuberts “Winterreise” zu hören.

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