Trombone Unit Hannover in Flora und Fauna

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Trombone Unit Hannover, Foto: Irène Zandel
Trombone Unit Hannover, Foto: Irène Zandel

Nachdem sich die Wetterprognosen für den morgigen Sonntag diverse Male in die eine und wieder in die andere Richtung bewegt haben, sind wir jetzt mutig und zuversichtlich und sagen: Morgen geht es in den Heseler Wald, wo um 17:00 Uhr auf der Wüstung Kloster Barthe die achtköpfige Trombone Unit Hannover ein richtiges Open-Air-Gezeitenkonzert (ohne Zeltdachbühne wie Donnerstag im Park der Gärten) spielt! Da wir nun nicht mehr mit der Schlecht-Wetter-Alternative, der Heseler Kirche (vielen Dank an die Kirchengemeinde!!!), planen müssen, in die leider nur 200 Personen passen, gibt es auch wieder Karten! Allerdings müssen Sie sich Ihre Sitzgelegenheit (und das Autan oder ähnliches) bitte selbst mitbringen. Am Catering und den anderen menschlichen Bedürfnissen, die einen auch zu einem solchen Anlass mitten im Wald anfliegen können, wird nicht gespart.

Trombone Unit?

1/2 Trombone Unit, Foto: Wibke Heß
1/2 Trombone Unit, Foto: Wibke Heß

Wer beim Tag der offenen Tür im VW-Werk im Mai dabei war und im sogenannten LOC (Logistik-Zentrum) vorbeigeschaut hat, ist zumindest der Hälfte dieser spannenden Formation vielleicht schon begegnet. Frederic Belli, Angelos Kritikos, Tomer Maschkowski und Tobias Schiessler waren für die Gezeitenkonzerte dort mit ihren Posaunen im Einsatz. Zugegeben: Aufgrund dieser Aktion haben wir weniger als zehn zusätzliche Karten für den Heseler Wald verkauft, da die Zielgruppe doch eine andere war. Dennoch war es für einige (vor allem für die, die bereits Karten hatten), ein schöner Vorgeschmack. Morgen gesellen sich dann noch Mateusz Dwulecki, Lars Karlin, Mateusz Sczendzina und Michael Zühl dazu.
Die Trombone Unit Hannover formierte sich anlässlich des Deutschen Musikwettbewerbs 2008 und besteht aus acht jungen Posaunisten, die alle an der Hochschule für Musik und Theater in Hannover studiert haben. Die Mitglieder des Ensembles spielen in deutschen Spitzenorchestern wie den Bamberger Symphonikern oder dem Deutschen Symphonie-Orchester Berlin. 2011 nahm das Ensemble am Deutschen Musikwettbewerb teil, überzeugte die Jury und gewann als erstes Posaunenensemble diesen Wettbewerb – einmalig in dessen 36-jähriger Geschichte. Für ihr Programm haben sie einzigartige Stücke ausgewählt, die für diese Zusammensetzung geschrieben wurden. So erklingen zeitgenössische Werke von Derek Bourgeois, aber auch barocke und romantische Stücke von William Byrd und Anton Bruckner. Sie bespielen im ersten Teil ohne Unterbrechung den ganzen Wald, bevor sich alle acht Musiker auf der Bühne im angedeuteten Kirchenraum treffen.

Der Streifzug um 15:00 Uhr führt vom Parkplatz am Silbersee zum Kloster Barthe. Dr. Rolf Bärenfänger, Landschaftsdirektor und Archäologe, entführt die Besucher in die mittelalterliche Klosterwelt und berichtet über seine Grabungen im Heseler Wald. Normalerweise muss man sich für die Streifzüge ja im Vorfeld anmelden: In diesem Fall sind auch spontan entschlossene Besucher des Gezeitenkonzertes schon willkommen. Sie werden lediglich gebeten, vor Ort die 3,00 Euro für Ihre Teilnahme zu bezahlen und später noch einmal den Eintritt zum Konzert.

Wüstung Kloster Barthe?
Für alle die, die es noch nicht zum Streifzug schaffen, kommt hier die selbst angelesene Kurzform: „Das Kloster Barthe war die erste Gründung der Prämonstratenser (Norbertiner) in Ostfriesland, dessen Gründung zwischen 1170 und 1184 erfolgt sein muss. Von Beginn an scheint es ein Frauenkloster gewesen zu sein, dessen Konvent sich nach der Reformation allmählich aufgelöst hat. Der Besitz ging im Verlauf der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts in die Hand des ostfriesischen Grafenhauses über. Noch um 1600 haben sich dort Mitglieder der gräflichen Familie zur Jagd aufgehalten. Ab 1604 wurde das Klostergut verpachtet, die Kirche wurde 1631 abgerissen.“ (Zitat Dr. Rolf Bärenfänger) Vom Klostergebäude selbst ist kein Stein übrig geblieben. Bei Grabungen des Archäologischen Dienstes der Ostfriesischen Landschaft in den 1980er Jahren ließ sich anhand von Grabungsschnitten nachvollziehen. Heute werden die Mauern der ehemaligen Klosteranlage durch Buchenhecken angedeutet. Schautafeln erklären mehr.

Wann, wie, wo?

Bei gutem Wetter gibt es morgen, Sonntag, 3. August ab 16:00 Uhr noch Karten zu 10,00 Euro (Schüler und Studenten: 5,00 Euro) an der Tageskasse; Sitzgelegenheiten müssen allerdings mitgebracht werden! Sollte es doch regnen, wird dieses Gezeitenkonzert in die ev.-luth. Kirche Hesel verlegt. Die Kapazitäten sind bereits ausgeschöpft. Im Zweifelsfall wenden Sie sich bitte direkt an das Organisationsteam unter Tel.: 04941 179967 (auch sonnabends und sonntags erreichbar) oder schauen Sie auf unsere Website.

Wüstung Kloster Barthe im Heseler Wald, Foto: Karlheinz Krämer
Wüstung Kloster Barthe im Heseler Wald, Foto: Karlheinz Krämer

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