Erstes Gipfelstürmerkonzert mit dem Duo Jeanquirit

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Jeanquirit
Helge Aurich und David Kindt, Foto: Karlheinz Krämer

Der künftige Solo-Klarinettist des Aachener Sinfonieorchesters David Kindt und der hervorragende Pianist Helge Aurich begeisterten mit ihrem anspruchsvollen Programm am Samstagabend das Publikum im Landschaftsforum in Aurich. Vor zwei Jahren betätigte sich Matthias Kirschnereit als Kuppler der beiden – auch wenn ich sonst nichts von solchen „Ehestiftungen“ halte, scheint es in diesem Fall eine gute Hilfestellung gewesen zu sein. Es war einer seiner ersten geäußerten Wünsche, dass Helge Aurich doch nach Möglichkeit bitte in Aurich sein Gezeitenkonzert bestreiten möge. Er ließ es sich auch nicht nehmen, die beiden bei ihrem Konzert mit seinem Besuch zu überraschen. Der Abend begann mit dem bereits beschriebenen Devienne eher sanft, bevor es dann an Widmanns Bruchstücke ging. Die einleitenden Worte von David Kindt waren für das Verständnis so mancher bestimmt hilfreich. Nach einem Satz zauberte Helge Aurich zwei leere CD-Hüllen aus dem Klavier, die er zuvor darin versteckt hatte. Es herrschte bereits Verwunderung vor wie er denn diese seltsamen Töne erzeugen konnte. Der Flügel wurde selten als solcher gespielt. Schade, dass die eingeladenen Schüler aufgrund der Abi-Fete nicht so zahlreich erschienen waren: Sie hätten bestimmt ihren Spaß gehabt.

Der zweite Part nach der Pause wurde mit Debussy und Reger wieder melodiöser und veranlasste das Publikum zu einem langen Applaus, der leider nur mit einer Zugabe belohnt wurde, da die beiden Künstler schlichtweg „nicht mehr konnten“! Sie hatten sich im angenehmen Sinne auf der Bühne verausgabt. Viele waren sich einig, dass die beiden den Gipfel bereits erstürmt hätten.

Ostfriesland gefiel beiden ausnehmend gut, waren sie doch schon Donnerstagabend angereist und konnten quasi einen Kurzurlaub hier verleben. Durch die Rhapsody Freitagmittag in Leer bekamen sie noch ein wenig mehr von Land und Leuten mit. Nachmittags hatten wir in Ermangelung des Flügels im Forum für eine private Probemöglichkeit und Fahrräder gesorgt, die sie gleich ausgiebig genutzt haben. Wir haben weder Helge noch David viel zu Gesicht bekommen, erst wieder zum Konzert: auch eine interessante Erfahrung, vor allem für unsere Künstlerbetreuerin Berit Sohn, die es aber mit Gelassenheit nahm.

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