Rhapsody III in Leer

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Helge Aurich und David Kindt

Gestern Mittag haben David Kindt (Klarinette) und Helge Aurich (Klavier) ihre erste Rhapsody in School vor ca. 60 Schülerinnen und Schülern des Teletta-Groß-Gymnasiums in Leer gegeben. Es ist für mich immer wieder erstaunlich, wenn ich knapp zwei Wochen vor der Rhapsody in einer Schule anrufe und frage, ob Interesse daran besteht, dass die meisten spontan zusagen.

 

Ursprünglich wollten die beiden jungen Männer erst am Freitag kurz vor dem Beginn einer fünften Stunde mit dem Zug in Leer ankommen – aus diesem Grund war eine Leeraner Schule angefragt. Das Duo Jeanquirit spielt nämlich heute Abend im Landschaftsforum in Aurich.

In der schönen Aula mit toller Bühne wurden die Schüler und die Künstler von Bernhard Michaelis begrüßt, dann legten die beiden los. Sie hatten ein Quiz zu Jean Françaix „Tema con variazioni“ vorbereitet, das aus acht Variationen besteht. Diese sollten die Schüler in die richtige Reihenfolge bringen: Eine anspruchsvolle Aufgabe für die Zehntklässler, die dadurch erleichtert wurde, dass die italienischen Begriffe erklärt wurden. Kurz erläuterte David Kindt anhand des schönen Liedes „Hänschen Klein“ den Begriff Variation, was von Helge Aurich am Klavier musikalisch umgesetzt wurde: das bekannte Lied, das gleiche in Dur- und Moll-Variation. Und schlussendlich habe sich ja auch der große Beethoven in seiner 5. Sinfonie dieses Themas bedient, sprach’s und setzte es fantasievoll um, um gleich anschließend zu erklären, dass das ja nur ein Witz gewesen sei. Dann ging es mit Françaix weiter. Meiner Meinung nach ist es ein witziges, interessantes Stück mit vielen Facetten. Bei vielen von uns – auch bei mir – herrscht ja leider nach wie vor eine leichte Zurückhaltung gegenüber moderneren Kompositionen vor: in diesem Fall mal wieder sehr zu unrecht. Die Schülerinnen und Schüler schienen meine Ansicht zu teilen, denn viele von ihnen baten nach dem ersten Durchgang, immer wieder von Erklärungen begleitet, darum, das Stück noch einmal ganz hören zu dürfen und belohnten den erneuten Durchgang mit großem Beifall. Insgesamt zwölf von ihnen hatten alle Variationen richtig zuordnen können: beachtlich! Als Preis hatten die Musiker extra in Aurich noch Süßigkeiten besorgt.

Nachdem David sein Instrument, die Klarinette, noch ein bisschen genauer vorgestellt hatte, ging es weiter mit François Devienne, einem klassischen Komponisten aus der Zeit Mozarts. Im Vergleich zu Françaix hört man deutlich, aus welcher Zeit er stammt. Außerdem wurde die Erklärung gleich mitgeliefert. Seine Werke sind deutlich lieblicher und eingängiger und passen dementsprechend sehr gut zur höfischen Lebensweise: höfisch, kultiviert und vornehm. Das soll jetzt nicht abwertend klingen, im Vergleich kam es nur deutlich hervor. Eigentlich ist es schade, dass Devienne nicht einen ähnlichen Bekanntheitsgrad wie Mozart erreicht hat.

Mir gefiel es gut, dass die beiden sich immer wieder kurz ausgetauscht haben und vieles einfach improvisiert war. Dadurch war es nie steif und alle Anwesenden, inklusive der Lehrkräfte, waren im Anschluss sehr angetan von dieser Rhapsody.

Drei Mädchen standen im Anschluss noch zusammen, sodass ich mir erlaubt habe, sie zu fragen wie es ihnen gefallen hat. Sie fanden es schön, direkt in ihrem Umfeld mit den Musikern in Kontakt zu kommen und mochten auch die Musik. Eine fragte mich, was denn eigentlich Sinn und Zweck dieser Veranstaltung sei und fand sie nach meiner Erklärung (s. diverse Blogeinträge) auch sinnvoll. Auf meine Frage: „Hättest Du Dir freiwillig so ein Konzert angehört?“ antwortete sie mit „Nein, wahrscheinlich nicht!“, gab dann aber zu, dass es ihr so gefallen habe.

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