Der älteste Teil der Kirche ist der Lambertiturm, das Wahrzeichen Aurichs. Er wurde im späten Mittelalter aus Backsteinen errichtet und 1656-62 mit einem achteckigen, mit Schiefer gedeckten Aufbau, einer Galerie und einer Turmspitze versehen.
Die um 1200 erbaute schlichte und im 15. Jahrhundert erweiterte Einraumkirche, deren Altarraum seit 1588 dem Grafen- und Fürstengeschlecht der Cirksena als Begräbnisstätte diente, wurde 1826 wegen Baufälligkeit abgerissen.
Durch ein Säulenportal an der Südseite betritt man den Kirchenbau, der 1833-35 nach dem Entwurf des Auricher Kommerzienrates Conrad Bernhard Meyer errichtet wurde. Die strenge klassizistische Gliederung des Kirchenäußeren setzt sich hier fort. Der quer gegliederte, 2010 in den Originalfarben erneuerte Raum bekommt durch hohe Fenster viel Licht.

Das wertvollste und älteste Ausstattungsstück der Kirche ist der spätgotische Passionsaltar aus dem nach der Reformation dem Erdboden gleichgemachten Zisterzienserkloster Ihlow bei Aurich. Auf der Rückseite eingebrannte Zeichen in Form von Händen sind der Nachweis dafür, dass der Altar zwischen 1500 und 1510 von Meistern der Antwerpener Lukas-Gilde geschnitzt wurde. Der nun etwas über 500 Jahre alte Flügelaltar mit einem feststehenden Mittelteil und zwei Seitenflügeln, die eingeklappt werden können, ist ein sogenannter Wandelaltar. Er zeigt auf seiner Festtagsseite Szenen aus dem Leben Jesu von der Verkündigung (die Figur der Maria ging verloren, ebenso das Jesuskind in der Krippe, das aber ersetzt wurde) bis zur Kreuzigung, dargestellt auf dem geschnitzten Mittelschrein und auf Gemälden der Seitenflügel. Auf der Werktagsseite bei geschlossenen Flügeln ist auf den mittleren Tafeln die Gregorsmesse dargestellt. Der rechte Flügel zeigt das Abendmahl, wie es im Neuen Testament geschildert wird, und auf dem linken Flügel ist das Pendant dazu aus dem Alten Testament zu sehen. Der Priester Melchi­sedek segnet den aus dem Krieg heimge­kehrten Abraham und reicht ihm Brot und Wein. Die Predella wurde 1961 zum Altar hinzugefügt.
Die barocke Kanzel, gestiftet 1692, stellt Moses und die vier Propheten dar. Der Kanzelkorb ruht auf fünf Fabeltieren.

Die von Liebhabern der Orgelmusik sehr geschätzte Orgel stammt aus der Werkstatt Ahrend & Brunzema in Leer-Loga (1960/61). Sie entspricht in ihrer technischen und klanglichen Konzeption dem künstlerisch-handwerklichen Niveau des klassischen Orgelbaus.

Monika van Lengen


Lambertikirche
Lambertshof 2
26603 Aurich

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