Kirchplatz, 26427 Esens
55 € | 45 € | 35 €
25 € (sichtbehindert)
12 € (Hörplatz)
6 € (ermäßigt*)
Streifzug: 6 €
Ein echtes Spitzenorchester kehrt zurück zu den Gezeitenkonzerten: Die NDR Radiophilharmonie Hannover spielt unter der Leitung von Andrew Manze, ihrem Ex-Chefdirigenten. Matthias Kirschnereit ist als Solist in Ludwig van Beethovens Klavierkonzert Nr. 3 zu hören. Es ist das einzige Klavierkonzert Beethovens in einer Moll-Tonart und gilt heute vielen als das „Tor zur Romantik“. Während er in den ersten beiden Konzerten noch den Pfaden Mozarts folgte, schlug Beethoven hier einen entschiedenen, neuen Weg ein: Das Orchester ist kein bloßer Begleiter mehr, sondern ein gleichberechtigter Partner. Schon Beethovens Schüler Carl Czerny erkannte die Bedeutung dieses Werkes und bezeichnete es als das erste Konzert, das „im großen, ganz symphonischen Stil“ geschrieben sei. Mit seinem düster-leidenschaftlichen Gestus und dem traumwandlerischen Largo ent-faltet das Stück eine emotionale Tiefe, die im 19. Jahrhundert maßgeblich zur Legendenbildung um den Komponisten beitrug.
Als Antonín Dvořák 1873 seine dritte Sinfonie komponierte, war er noch kein weltberühmter Star, sondern ein junger Musiker voller Tatendrang und frisch verliebt. Diese Lebensfreude und Zuversicht durchströmen die Es-Dur-Sinfonie, die als Dvořáks wohl „wagnerianischstes“ Werk gilt. Sie bricht bewusst mit Konventionen und entfaltet ihre Dramaturgie in nur drei statt der üblichen vier Sätze – eine Dichte, die schon bei der Uraufführung unter der Leitung von Bedřich Smetana für Aufsehen sorgte. Freuen Sie sich auf dieses kraftvolle, selten zu hörende Dokument eines Genies, das hier zu seiner eigenen Stimme findet.
Programm
Ludwig van Beethoven (1770-1827)
Konzert Nr. 3 c-Moll für Klavier und Orchester op. 37
Antonín Dvořák (1841-1904)
Sinfonie Nr. 3 Es-Dur op. 10
Matthias Kirschnereit (Klavier)
NDR Radiophilharmonie
Andrew Manze (Musikalische Leitung)
Streifzug vor Ort
Führung durch das August-Gottschalk-Haus
Das jüdische Museum „August-Gottschalk-Haus“ in Esens befindet sich im ehemaligen Gemeindehaus. Auf dem Museumsgelände befinden sich die Reste der in der Pogromnacht am 9./10.11.1938 niedergebrannten Synagoge. Dem Museumsbesuch folgt ein kleiner Gang zu wichtigen Orten jüdischer Geschichte und zu den Stolpersteinen, die seit 2021 in Esens verlegt wurden. Der Rundgang endet in der Nähe der St. Magnuskirche.
August-Gottschalk-Haus
Burgstraße 8
26427 Esens