Am 11. Dezember 1943 wurde die Große Kirche, die das Gotteshaus der Evangelisch-reformierten Gemeinde war, fast vollständig zerstört. Erst 1992 fand man für die Reste der Kirchenruine eine neue Bestimmung. Es entstand die Johannes a Lasco Bibliothek mit Schwerpunkt reformierter Protestantismus, bei deren Planung die Konservierung der Kirchenruine mitbedacht wurde.

Bis 1948 hatte die reformierte Gemeinde keinen Raum für ihren Gottesdienst.
Zu Hilfe kam dann ein Kirchbauprogramm des Evangelischen Hilfswerks, das nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs entstanden war, um den durch die Zerstörung vieler Kirchen entstandenen Mangel an gottesdienstlichen Räumen zu beheben. Initiator dieses Programms war der Architekt und Architekturtheoretiker Otto Bartning, der mehrere Typen sogenannter Notkirchen entwickelte, die schnell mit Fertigbauteilen errichtet werden konnten. 43 dieser Notkirchen wurden in Deutschland gebaut, von denen einige noch heute existieren und sogar unter Denkmalschutz stehen.

Die Schweizer Kirche, die ihren Namen bekam, weil sie mit Spendengeldern reformierter Gemeinden aus der Schweiz finanziert wurde, hat die abgewandelte Form des Typ A der Bartningschen Notkirchen. Der Neubau, ein schlichter Saalbau mit Satteldach, wurde auf einem Teil der Grundmauern der Großen Kirche errichtet. Für das Außenmauerwerk hat man die Backsteine aus der Kirchenruine wiederverwendet. .

Die Kirche ist sehr schlicht gehalten, wie man es auch aus anderen Evangelisch-reformierten Kirchen kennt. Der Innenraum wird durch hölzerne Wandscheiben gegliedert, die das spitzbögige Tonnengewölbe durch Holzbinder in Form von Gewölberippen tragen. Der naturbelassene Farbton des vielfach verwendeten Holzes lässt den saklralen Raum freundlich und warm erscheinen.

Über dem schlichten Abendmahlstisch ist in die Ostwand das Relief eines Schiffes eingelassen. Es symbolisiert die christliche Gemeinschaft, die im stürmischen Meer des Lebens ihren Weg findet.
Die Orgel wurde 1962 in der Orgelwerkstatt Ahrend und Brunzema, Leer-Loga, erbaut und 1985 durch Jürgen Ahrend mit einem selbstständigen Pedal ergänzt.

Monika van Lengen


Schweizer Kirche
Kirchstraße 22
26721 Emden

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