Der hohe, schlanke Glockenturm der Martin-Luther-Kirche ist schon von weitem sichtbar und prägt, zusammen mit dem Turm der Großen Kirche, das Stadtbild.

1774/75 konnte die Evangelisch-lutherische Kirchengemeinde in der vom reformierten Glauben geprägten Stadt endlich ein eigenes Gotteshaus errichten. Dieses wurde 1942 völlig zerstört. In den Jahren 1956-58 entstand dann der heutige Kirchenbau, eine dreischiffige Basilika, die der Bremer Architekt Ernst Witt geplant hatte.

Der große Backsteinbau verzichtet fast gänzlich auf eine Wandgestaltung, die Wände werden nur durch die schmalen, hohen Fenster gegliedert. Unter dem Westgiebel befindet sich der Haupteingang in die Kirche. Über ihm ist ein rundes, fast fünf Meter großes Buntglasfenster zu sehen, das das Motiv der Phönix aus der Asche zeigt und mit seinen Flammen, aus denen sich der Vogel erhebt, als Symbol für die Wiedererstehung der Stadt nach der Zerstörung gedacht ist. Über dem Nebeneingang an der Südseite der Kirche hängt ein Sandsteinrelief, das die „Gruppe der Lauschenden“ darstellt. Geschaffen wurde es von Kurt Lettow aus Hannover.

Lettow entwarf auch die Altarrückwand mit der Szene „Stillung des Sturms“.  Zu sehen sind Jesus und seine Jünger auf dem See Genezareth. Das durch die hohen Fenster helle Mittelschiff kontrastiert zu den niedrigeren und durch kleine Fenster schwach beleuchteten Seitenschiffen, die durch massive Backsteinsäulen von Hauptschiff getrennt sind. Die Kirche ist mit ihrem Altar aus Dolomit sowie Sandstein-Kanzel und -Taufbecken  sehr schlicht gehalten. An der Nordostwand steht die 1995 vom Orgelbauer Rudolf von Beckrath aus Hamburg geschaffene Orgel mit 44 Registern auf drei Manualen und Pedal. Sie ist die einzige Orgel in Ostfriesland auf der das Repertoire des 19. und 20. Jahrhunderts stilgetreu gespielt werden kann.

Monika van Lengen

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