Von der um 1200 ganz aus „Granitquadern“ erbauten Kirche blieb nur der untere Teil erhalten sowie ein Portal an der Nordseite, das wesentlich tiefer liegt als das Niveau der heutigen Kirche.
Bei einer grundlegenden Erneuerung der Kirche entstand Mitte des 13. Jahrhunderts der Turm mit zwei gewölbten Geschossen, der im Jahre 1474 einer Fehde zwischen der Gräfin Theda von Ostfriesland und dem Häuptling Cirk von Friedeburg zum Opfer fiel. Ende des 13. Jahrhunderts wurde die flache Decke durch ein Domikalgewölbe mit vier Jochen ersetzt, und statt der Apsis entstand ein polygonaler Chor.
Betritt man die Kirche vom Süden her, so findet man linkerhand abgetrennt die „Oll’ Kark“. Hier befand sich einst eine Turmloge. Heute ist dort ein Andachtsraum eingerichtet, in dem sich ein mittelalterliches Taufbecken befindet.

Der Kirchenraum ist nun mit einer Holzdecke flach gedeckt, die Gewölbe mussten abgetragen werden, da die Wände ihrem Druck nicht mehr standzuhalten drohten. Das Kirchenschiff wirkt mit seinen hoch liegenden, schmalen Fenstern und seiner Ausmalung aus dem 19. Jahrhundert beim Eintreten dunkel. Steht man jedoch im lichten Chor mit den gotischen Fenstern, hat man einen ganz anderen Eindruck.
Aus der Erbauungszeit der Kirche ist ein schmuckloses Taufbecken aus Granit übrig geblieben. Es bekam um 1650 eine hölzerne, nun neben dem Becken stehende Ummantelung mit Eckpilastern und gemalten Tugenden. Auf dem Altar, der 1647/48 von Jacob Kröpelin aus Esens geschaffen wurde, ist in der Kreuzigungsszene nach der Überlieferung vor dem Himmlischen Jerusalem die Silhouette von Reepsholt zu erkennen. Besondere Schmuckstücke sind die Kronleuchter. Der riesige Leuchter vorm Altar ist eine 1889 gestiftete, verkleinerte Nachbildung des Hezilo-Leuchters von 1061, der im Dom zu Hildesheim hängt. Der schmiedeeiserne Leuchter im südlichen Querschiff, in dessen Mitte sich ein Hirschgeweih befindet, stammt aus dem 15. Jahrhundert. Auf der Empore an der Nordseite der Kirche steht die Orgel, die Johann Friedrich Wenthin, Emden 1788/89 schuf. Nach ihrer Renovierung 1992/93 ist sie die klangschönste der vier von Wenthin erhalten gebliebenen Orgeln.

Monika van Lengen


St. Mauritiuskirche Reepsholt
Karkplatz
26446 Friedeburg-Reepsholt

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