Im 14. Jahrhundert machte es die Anlandung in der Krummhörn, dem nordwestlichsten Zipfel Ostfrieslands, notwendig, einen neuen Sielhafen anzulegen. Um 1400 erhielt der Fischerort eine Kirche, der Jungfrau Maria geweiht und vermutlich als Eigenkirche des Häuptlings Haro Edzardsna erbaut. Sie entstand in zwei Bauabschnitten und wurde, einer Überlieferung zufolge, 1401 geweiht. Die Fenster und Türen des einfachen, rechteckigen Baues aus der Spätgotik mit abseits stehendem Glockenturm, der seine jetzige Form im 17. Jahrhundert erhielt, wurden teils zugemauert, teils erheblich vergrößert. Letzteres mag, zusammen mit der ungenügenden Fundamentierung des Bauwerks, dazu beigetragen haben, dass die Mauern sich bedenklich nach außen neigen.

Über dem Renaissance-Portal im Westen ist links das Wappen der Häuptlingsfamilie Cirksena zu sehen, die als Grafen und Fürsten über Ostfriesland herrschten. Das rechte Wappen ist das des schwedischen Königshauses. Diese Wappen stammen ursprünglich vom Schloss Dornum. Sie entstanden, als Edzard II. Cirksena 1559 die schwedische Königstocher Katharina Wasa heiratete.

Auf dem Dachreiter im Ostgiebel befindet sich die älteste kirchliche Wetterfahne Niedersachsens (um 1700).

Durch einen später vorgebauten Eingang betritt man den Kirchenraum mit einer flach gewölbten Decke, die 1852 die ursprüngliche Decke ablöste.

Um die barocke Kanzel mit Blumengirlanden und gewundenen Säulen von 1669 herum gruppiert sich das einfache Kirchengestühl. Diese Anordnung zeigt, dass sich in dieser Kirche heute Menschen evangelisch-reformierten Glaubens versammeln, in deren Gottesdienst nicht die sakrale Handlung vor dem Altar, sondern das Wort Gottes steht, das von der Kanzel aus verkündet wird.

Auf der Ostempore steht die Orgel, deren Prospekt von  Johann Friedrich Constabel aus Wittmund gebaut wurde, der von 1730-1762 in Ostfriesland Orgelbaumeister war. Die Orgel baute 1963 der Orgelbauer Karl Schunke aus Berlin neu.
Eine Grabplatte aus Blaustein deckte einst das Grab von J.M. Knottnerus, der, aus religiösen Gründen aus der Pfalz geflohen, von 1645 bis 1684 Prediger in Greetsiel war.

Monika van Lengen

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