Der höchste Kirchturm Ostfrieslands ist der der Hoffnungskirche in Westrhauderfehn! Der 54 Meter hohe Westturm mit zweistöckigem, achteckigem Aufsatz entstand 1885/86 nach den Plänen des Leeraner Ingenieurs Könneke, der dabei mit Conrad Wilhelm Hase zusammenarbeitete, dem Architekt des Welfenschlosses Marienburg bei Hannover.

Bereits fast vierzig Jahre vorher, 1848, hatte der Hannoveraner Architekt Friedrich Hellner, der im selben Jahr auch die Esenser Sankt Magnus-Kirche erbaute, die Pläne für den Saalbau mit Rundbogenfenstern entworfen.

Nicht durch das mittige, mit einem Risaliten geschmückte Eingangsportal in der südlichen Kirchenwand betritt man heute die Kirche, sondern durch ein schönes, rundbogiges Portal im Turm. Im hellen, schlichten Kirchenraum fällt einem sofort das Votivschiff der Dreimastbark „Hoffnung“ von 1880 ins Auge. Es ist das Werk eines Ihrhovener Kapitäns von 1944 und zeigt, wie sehr die „Fehntjer“ mit der Seefahrt und ihren Gefahren verbunden waren.

Ungewöhnlich für eine evangelisch-lutherische Kirche ist der Platz der Kanzel aus der Erbauungszeit über dem Altar. Das Ensemble Altar/Kanzel zeigt in seinem zweistöckigen Aufbau die schlichten, geraden Formen des Spätklassizismus.
Der Taufstein aus Gips wurde 1886 von der Kirchengemeinde gestiftet. Ein auf einem Sockel kniender Engel hält in den Händen die als Muschel geformte Taufschale.

Die Orgel bekam die Kirche vier Jahre nach ihrer Erbauung 1852. Sie stammte von dem Orgelbauer Gerd Sieben Janssen aus Aurich. Ihr klassizistischer Prospekt bildet heute den Mittelteil, während die beiden Seitenteile 1886 angebaut wurden. Das Werk der Orgel entstand 1937 in der Firma Furtwängler & Hammer (Hannover). 1984/85 wurden dann umfangreiche Umbau- und Instandsetzungsarbeiten von der Orgelbauwerkstatt Alfred Führer in Wilhelmshaven vorgenommen.

Monika van Lengen


Hoffnungskirche Westrhauderfehn
Untenende 3
26817 Westrhauderfehn

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