Nur ein Stehplatz – aber was für einer

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Christian Tetzlaff, Foto: Giorgia Bertazzi

So, nun liegen nur noch fünf Gezeitenkonzerte vor uns. Fast ergreift einen schon ein bisschen Wehmut, da bald bereits der erste Durchgang der Gezeitenkonzerte vorbei ist. Alle Konzerte, die jetzt noch kommen, sind in meinen Augen – ein jedes für sich natürlich, da sie schlecht vergleichbar sind – Highlights. In dieser Woche freue ich mich besonders auf das Zusammenspiel von Matthias Kirschnereit, den ich in diesem Jahr einige Male auch schon als Musiker erleben durfte, und Christian Tetzlaff. Seit langem sind die beiden befreundet und freuen sich jedes Mal, wenn ihnen die Gelegenheit geboten wird, gemeinsam zu musizieren. Bei unserem ersten Gespräch im Januar schwärmte mir Matthias bereits von diesem Menschen vor und lud mich zu einem – wie ich dachte – gemeinsamen Konzert in Bremerhaven ein. Leider war es mir an diesem Abend nicht möglich, dorthin zu fahren, obwohl es quasi vor der Haustür gewesen wäre. Ein bisschen habe ich mich damals schon geärgert. Aber Dirk hat mich nun gerade aufgeklärt, dass es nicht Christian gewesen wäre, sondern Stephan Tetzlaff, der älteste Bruder, der dort das Philharmonische Orchester Bremerhaven dirigierte. Trotzdem!

Jetzt Donnerstag werde ich die Gelegenheit nutzen und wenigstens meinen Stehplatz – diesmal vor der Zwischentür – in der Kirche Remels verteidigen, um den Interpretation von Christian Tetzlaff und Matthias Kirschnereit der Werke von Debussy, Webern, Beethoven und natürlich Schumann zu lauschen.

Bislang wusste ich von Christian Tetzlaff nur, dass er ein unglaublich sympathischer Mensch sein soll. Und natürlich ein hervorragender Künstler. Genauso wie Matthias Kirschnereit hat auch er den ECHO Klassik verliehen bekommen. Er allerdings zweimal: 2004 und noch einmal 2007. Einer seiner häufigeren Kammermusikpartner ist Lars Vogt, der ebenfalls bei den Gezeitenkonzerten hätte auftreten sollen, und seine Schwester, die Cellistin Tanja Tetzlaff. Des Weiteren spielt er zusammen mit der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen und ist durch dieses Zusammenspiel bereits vielen aus der Region bekannt. Darüber hinaus tourt er mit dem City of Birmingham Symphony Orchestra unter Andris Nelsons durch Spanien und Frankreich. Nach Fernost geht es mit dem NDR Sinfonieorchester unter Thomas Hengelbrock und weiteres steht in seiner Biografie. In der Laeiszhalle in Hamburg ist er quasi zu Hause, da er Residenzkünstler der Elbphilharmonie ist.

Das Gezeitenkonzert der beiden ist schon seit einiger Zeit ausverkauft. Zwischendurch haben wir sogar mal über einen Zusatztermin nachgedacht. Der kam aber leider aufgrund zweier übervoller Terminkalender nicht zustande.

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