• Gezeiten-Stream:
    TheArtSongProject

Erleben Sie die Konzertaufzeichnung ab dem 03.07.2020 um 19:00 Uhr als Gezeiten-Stream.

Egal ob Song, Lied oder Chanson, egal ob jung oder alt, egal ob auskomponiert oder improvisiert, egal ob eingängig oder dissonant: Auf der ganzen Welt gehört das Singen seit jeher zu den essentiellen Grundbedürfnissen des Menschseins. Manche Melodien haben sich dabei tief ins kollektive Gedächtnis eingebrannt; andere dagegen sind uns völlig fremd und bringen doch oft unverhofft eine Saite in uns zum Klingen. Gerade der letzteren Gruppe von Liedern hat sich TheArtSongProject verschrieben. Die Sopranistin Hélène Lindqvist und ihr Ehemann Philipp Vogler am Klavier stellen uns Komponisten und Komponistinnen aus Italien, Schweden, Frankreich und den USA vor, die wir am liebsten nicht wieder vergessen möchten.

Programm

Mario Castelnuovo-Tedesco (1895–1968)
Drei Heine-Lieder op. 40 (1926)
Zu Halle auf dem Markt
Sommerabend
Am Teetisch

Marion Bauer (1882–1955)
Driftwood Fire (1921) [Lagerfeuer aus Treibholz]
Red Man’s Requiem (1912) [Requiem für den Roten Mann]
Coyote Song (1912) [Coyoten-Lied]

Gunnar de Frumerie (1908–1987)
Det är vackrast när det skymmer (1943) [Es ist am schönsten, wenn es dämmert]
aus: Evighetsland op. 33a (1942–46) [Land der Ewigkeit]
Nr.2 En gång blir allting stilla (1944) [Einmal wird alles stille]
Regnet (1943) op.29/2 [Regen]
aus: Hjärtats sånger op. 27 (1942) [Gesänge des Herzens]
Nr.1 När du sluter mina ögon [Wenn du mir die Augen schließt]

Joseph Eidson (*1981)
aus: Songs of Enchantment and Wonder (2010) [Lieder von Verzauberung und Verwunderung]
Good and Bad Children [Gute und schlechte Kinder]
Land of Nod [Traumland]

Nadia Boulanger (1887–1979)
Soir d’hiver (1914/15) [Winterabend]
Chanson (1922) [Lied]
Cantique (1909) [Lobgesang]

TheArtSongProject
Hélène Lindqvist (Sopran)
Philipp Vogler (Klavier)

#seidabei-Tickets

In turbulenten Zeiten wie diesen ist eines gefragter denn je: Solidarität. Die Gezeiten-Streams ist kostenintensiv – und wir haben bei diesen Geisterkonzerten natürlich keine Eintrittseinnahmen.

Mit dem Solidaritätsticket #seidabei haben Sie die Möglichkeit, uns bei der Finanzierung dieser Angebot zu unterstützen. Und das ganz bequem von Zuhause aus über unseren Online-Ticketshop.

Die #seidabei-Tickets gibt es in vier Preisstufen von 5,00 € bis 50,00 €.

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Ausführliche Informationen zu den gespielten Werken:

  • Mario Castelnuovo-Tedesco: der Internationale

     
    Geboren wurde er als Italiener, gestorben ist er als US-Amerikaner. Doch freiwillig war Mario Castelnuovo-Tedescos Sprung über den Atlantik nicht. Der Florentiner jüdischer Abstammung emigrierte 1939 nach Hollywood, noch ehe das faschistische System seines Heimatlandes ihn mit einem Berufsverbot oder Schlimmerem belegen konnte.

    Zum Glück für Castelnuovo-Tedesco war er zu diesem Zeitpunkt längst als Pianist und Komponist erfolgreich. In den 1930er-Jahren galt er gar als im Ausland am häufigsten gespielter Komponist Italiens. Schicksalshaft war auch ein Treffen mit dem spanischen Gitarrenvirtuosen Andrés Segovia im Jahr 1932. Über hundert Werke für die Konzertgitarre sollte er bis an sein Lebensende komponieren, die nach wie vor zum Standardrepertoire gehören. Im gängigen Kanon der klassischen Musik konnten sich dagegen nur wenige seiner Werke etablieren.

    Entscheidend dafür dürfte auch seine spätere Fokussierung auf die Filmmusik gewesen sein. Ab 1940 war er an über 250 Hollywood-Produktionen beteiligt. Daneben unterrichtete er am heutigen California Institute of the Arts als Kompositionslehrer. Unter anderem zählten mit Henry Mancini und John Williams zwei herausragende Filmmusikkomponisten zu seinen Schülern.

    Mario Castelnuovo-Tedesco hat ein immenses Oeuvre hinterlassen. Ob Oratorien, Opern, Ballette, Konzerte, Kammermusik und solistische Werke. Kaum eine Gattung, mit der er sich nicht ausgiebig auseinandergesetzt hätte. Auch Kunstliedern mangelt es nicht. Seine ersten Versuche auf diesem Gebiet datieren aus dem Jahr 1910, als er im Grunde noch ein Kind war. Als er 1926 seine drei Heine-Lieder komponierte, war er hingegen schon ein Komponist von internationalem Rang. Das lässt sich allein der Widmung entnehmen. Geschrieben sind die Lieder für Madeleine Grey, eine französische Sängerin jüdischer Herkunft, die unter anderem Gabriel Fauré und Maurice Ravel zu ihren Verehrern zählen konnte. Sie war es auch, die die Uraufführung der Lieder mit dem Komponisten am Klavier bei der Biennale in Venedig sang.

    Komponiert sind die drei Heine-Lieder im spätromantischen Stil. Sowohl „Zu Halle auf dem Markt“ als auch „Am Teetisch“ sprudeln musikalisch geradezu über und fangen den Humor der Textvorlage perfekt ein. „Sommerabend“ bringt bei Castelnuovo-Tedesco dagegen seinen vielfach gelobten lyrischen Tonfall zum Vorschein und spiegelt geradezu exemplarisch sein Motto wider: „Die einfachsten Mittel sind in der Regel auch die besten.“ (Florian Zeuner)

  • Liedtexte zu Mario Castelnuovo-Tedesco

     
    „Zu Halle auf dem Markt…“ (Heinrich Heine)

    Zu Halle auf dem Markt,
    Da stehn zwei große Löwen.
    Ei, du hallischer Löwentrotz,
    Wie hat man dich gezähmet!

    Zu Halle auf dem Markt,
    Da steht ein großer Riese.
    Er hat ein Schwert und regt sich nicht,
    Er ist vor Schreck versteinert.

    Zu Halle auf dem Markt,
    Da steht eine große Kirche.
    Die Burschenschaft und die Landsmannschaft,
    Die haben dort Platz zum Beten.

    Dämmernd liegt der Sommerabend (Heinrich Heine)

    Dämmernd liegt der Sommerabend
    Über Wald und grünen Wiesen;
    Goldner Mond, am blauen Himmel,
    Strahlt herunter, duftig labend.

    An dem Bache zirpt die Grille,
    Und es regt sich in dem Wasser,
    Und der Wandrer hört ein Plätschern,
    Und ein Athmen in der Stille.

    Dorten, an dem Bach alleine,
    Badet sich die schöne Elfe;
    Arm und Nacken, weiß und lieblich,
    Schimmern in dem Mondenscheine.

    Am Teetisch (Heinrich Heine)

    Sie saßen und tranken am Teetisch
    Und sprachen von Liebe viel.
    Die Herren, die waren ästhetisch,
    Die Damen von zartem Gefühl.

    “Die Liebe muß sein platonisch,”
    Der dürre Hofrat sprach.
    Die Hofrätin lächelt ironisch,
    und dennoch seufzte sie: “Ach!”

    Der Domherr öffnet den Mund weit:
    “Die Liebe sei nicht zu roh,
    Sie schadet sonst der Gesundheit”
    Das Fräulein lispelt: “Wie so?”

    Die Gräfin spricht wehmütig:
    “Die Liebe ist ein Passion!”
    Und präsentieret gütig
    Die Tasse dem Herrn Baron.

    Am Tische war noch ein Plätzchen,
    Mein Liebchen, da hast du gefehlt.
    Du hättest so hübsch, mein Schätzchen,
    Von deiner Liebe erzählt.

  • Marion Bauer: die Umtriebige

     
    Auch wenn ihr Name hierzulande weitgehend unbekannt ist, kann ihr Einfluss auf die Musik des 20. Jahrhunderts in Nordamerika kaum hoch genug eingeschätzt werden. Marion Bauer war wie sonst keine Frau zu dieser Zeit in die unterschiedlichsten musikalischen Institutionen involviert. Über Jahrzehnte unterrichtete sie an der University of New York und der legendären Juilliard School. Sie war Gründungsmitglied der American Music Guild, der Society of American Women Composers und der American Composers Alliance. Selbst dem Exekutivausschuss der Leauge of Composers gehörte sie an – als einzige Frau in dieser Zeit. Hinzu kamen mehrere, als Standardwerke anerkannte Buchveröffentlichungen.

    Obwohl sich ihr Wirken hauptsächlich auf die Vereinigten Staaten von Amerika beschränkte, so behielt sie zeitlebens einen weltoffenen Blick. Nachdem sie als 16-Jährige zu ihrer ebenfalls komponierenden älteren Schwester Emilie Frances Bauer nach New York zog, machte sie schon bald Bekanntschaften, die ihr das Tor nach Europa öffneten . So reiste sie 1906 nach Paris und wurde dort die erste von vielen amerikanischen Schülern und Schülerinnen Nadia Boulangers. Von Vorteil war dabei ihre Herkunft. Als Tochter französisch-jüdischer Immigranten aus dem Elsass hatte sie keinerlei Verständigungsprobleme. Ganz im Gegenteil: Im Austausch für Kompositionsunterricht brachte sie Nadia Boulanger die englische Sprache bei. Über viele Jahre kehrte sie zu Studien nach Paris zurück, verbrachte aber auch viel Zeit in Berlin.

    In ihrer Musiksprache haben diese Aufenthalte deutliche Spuren hinterlassen. Zwar förderte Marion Bauer die Neue Musik zeitlebens, ihre eigenen Kompositionen blieben aber stark von der deutschen Spätromantik und dem französischen Impressionismus geprägt. Dementsprechend hat sie sich von tonalen Strukturen nie weit entfernt. Sowohl ihre große sinfonische Komposition „Sun Splendor“, die 1947 von den New Yorker Philharmonikern uraufgeführt wurde, wie auch ihre zahlreichen Lieder zeugen davon. Immer wieder scheint auch ihre starke Naturverbundenheit in ihrer Musik durch. Während das verhältnismäßig avancierte „Driftwood Fire“ aus dem Jahr 1921 eine romantische Wildwestidylle hervorruft, sind die beiden 1912 komponierten Lieder „The Red Man’s Requiem“ – gewidmet dem Indianerhäuptling Chief Joseph – und „Coyote Song“ bittere Nachrufe auf eine Zeit, als Indianer und Büffel noch die Prärie bevölkerten. (Florian Zeuner)

  • Liedtexte zu Marion Bauer

     
    The Red Man’s Requiem – To the memory of Chief Joseph (Emilie Frances Bauer)

    The pines are dark in the forest,
    And the Sands are white below,
    The wolfdogs lean and hungry
    Prowl stealthily to and fro.

    The lurid moon is rising
    Like a scythe that reeks with gore,
    But the Red Man of olden glory
    Is known to these haunts no more.

    The wolf, the bear and the panther
    That reigned on the mountain side
    Scarce broke the peace of the warrior,
    Who ruled with the Red Man‘s pride.

    The owl from his nest in the tree top,
    The eagle that sweeps the peak
    Now look in vain for the monarch
    For the scattered throughout the land.

    And where is the soul of the Red Man?
    Ask Him and understand.

    That Red Man’s Requiem – Dem Gedenken an Chief Joseph (Emilie Frances Bauer)

    Die Pinien sind dunkel im Wald,
    Und der Sand ist weiß darunter,
    Die Wolfshunde dürr und hungrig
    Streifen jagend umher.

    Der grelle Mond steigt auf
    Wie eine Sense, die nach Blut stinkt,
    Aber den ruhmreichen roten Mann
    Kennt man an diesen Orten nicht mehr.

    Der Wolf, der Bär und der Panther,
    Die diese Bergkette beherrschten,
    Brachen selten den Frieden des Kriegers,
    Der mit dem Stolz des roten Mannes regierte.

    Die Eule aus dem Nest im Wipfel des Baumes,
    Der Adler, der den Gipfel umstreift,
    Sie halten vergebens Ausschau nach dem Monarchen,
    Nach dem Sohn von Coppercheek.

    Er ist fort und die Glut der Lagerfeuer
    Wurd’ schon längst zu Asche.
    Doch wo sind die Knochen des Roten Mannes,
    Den die Wälder kannten?

    Sie sind verblichen und zu Staub,
    Sie sind verstreut über das ganze Land.
    Und wo ist die Seele des Roten Mannes?
    Frag ihn und verstehe.

    Coyote Song (John S. Reed)

    Aoo my brothers,
    the moon is red,
    And the antelope starts from his prairie bed,
    Then join ye again in the ancient threne,
    For the day that’s dead
    And the hunt that’s fled
    And the terror of things unseen

    Afar on the starlit plain,
    Our fathers howled where the deer had lain,
    And hung on the flanks if the bison run,
    For the bull that fell
    In that wild pell mell,
    Had died ere the night was done.

    No more the warrior rides the raids,
    And the hunting start of the prairie fades,
    While a fiery comet tears the night
    With a crimson streak
    And a demon shriek,
    All ablaze with the white man’s light.

    But oft when the winter wind is high
    We hear on the prairie the bellowed cry
    And the rumbling roofs of the bison run.
    But we seek in vain
    Through the empty plain
    For the buff’lo days are done.

    Aoo my brothers,
    The stars are red,
    And the lean coyote must mourn unfed.
    Come join ye again in the ancient croon,
    For the dawn is gray,
    And another day
    Has faded the red, red moon.

    Coyote Song – To Clarence Whitehill (John S.Reed)

    Aoo, meine Brüder, der Mond ist rot,
    Und die Antilope erwacht von ihrem Bett in der Prärie,
    Komm, singt Eure alte Klage,
    Um den Tag, der tot ist,
    Und die Beute, die entwischt ist,
    Und den Schrecken der unsichtbaren Dinge.

    Fern auf sternerleuchteter Ebene,
    Heulten unsere Väter, wo der Hirsch geruht hatte,
    Und hingen an den Flanken der Bisonherden,
    Denn der Bulle, der im wilden Treiben fiel,
    Starb, bevor die Nacht um war.

    Nie wieder reitet der Krieger seinen Raubzug,
    Und der Jagdstern der Prärie verblasst,
    Während ein feuriger Komet die Nacht zerreisst,
    Mit purpurnem Streifen und einem dämonischen Schrei,
    Alles in Flammen mit dem Feuer des weißen Mannes.

    Doch oft, bei starkem Winterwind,
    Hören wir in der Prärie noch das Brüllen,
    Und die rumpelnden Hufe der Bisonherde.
    Doch wir suchen umsonst in der leeren Ebene,
    Denn die Tage der Büffel sind vorbei.

    Aoo, meine Brüder, die Sterne sind rot,
    Und der dürre Coyote muß hungrig klagen.
    Komm sing mit ihnen den alten Gesang,
    Denn der Morgen ist grau,
    Und ein weiterer Tag hat den roten Mond ausgelöscht.

    Driftwood Fire (Katarine Adams)

    We made a driftwood fire
    You and I
    Where forest birds were dreaming
    And a bad brown owl was scheming
    As a baby star was gleaming
    Soft and shy

    The gray mist smoke grew gold
    Gold and blue
    And the thrilling shadows creeping
    Where the jeweled flames were leaping
    Carried dreams of woodbirds sleeping
    Close to you

    We heard a nightlark call
    Far and clear
    And the answer’s deep sonfessing
    Soothed by silence sweet, caressing
    Brought the wonder of God’s blessing
    Very near

    The driftwood fire – (Katharine Adams)

    Wir machten ein Feuer von Treibholz,
    Du und ich.
    Wo Waldesvögel träumten,
    Und eine böse braune Eule Pläne schmiedete,
    Als ein neuer Stern erstrahlte,
    Sanft und schüchtern.

    Der graue Nebelrauch ward golden,
    Golden und blau.
    Und aufgeregte Schatten krochen,
    Wo bunte Flammen sprangen,
    Träume schlafender Waldvögel mit sich führend,
    Nah’ bei Dir.

    Wir hörten den Ruf einer Nachtlerche,
    Fern und klar
    Und das tiefe Geständnis einer Antwort,
    Von süßer Stille besänftigt,
    Brachte das Wunder von Gottes Segen ganz nah.

  • Gunnar de Frumerie: der Nordische

     
    Skandinavien gilt heute gemeinhin als Heimat der melancholischen Musik. Ein Komponist, der sein Scherflein zu diesem Empfinden beigetragen haben könnte, ist Gunnar de Frumerie. Der Schwede war Mitte des 20. Jahrhunderts einer der produktivsten Liedkomponisten aus dem hohen Norden. Auch wenn sein Name weithin unbekannt geblieben ist, verfängt seine Musik doch unmittelbar. Beständig kommt das Gefühl auf, seine Melodien bereits irgendwo gehört zu haben.

    Verantwortlich dafür dürfte Gunnar de Frumeries Hang zu Neoklassizismus und Romantik sein. Nur selten stört einmal eine Dissonanz den ausgewogenen Gesamtklang. Seine Musik zeichnet sich durch eine kristallene Klarheit aus, wie man sie bis heute mit der Einsamkeit schwedischer Seenlandschaften verbindet. Hinzu gesellt sich eine spröde Rauheit wie sie besonders der nordischen Landschaft zu eigen ist.

    Dabei war Gunnar de Frumerie keineswegs ein Einsiedler fernab der Zivilisation. Durch seine eigentliche Berufung, das Klavier, stand er immer mitten im Puls der Zeit. Nach Studien in Stockholm, Wien und Paris begann er ab 1945 selbst am Stockholmer Konservatorium zu lehren und wurde 1962 schließlich Professor für Klavier. Parallel dazu widmete er sich beständig der Komposition. Im Fokus stand dabei hauptsächlich sein eigenes Instrument. Aber auch das Kunstlied war ihm stets ein treuer Begleiter. Schon sein Opus 1 war bezeichnenderweise ein Zyklus aus acht Zigeunerliedern nach Texten von Hugo Conrat, die einst schon Johannes Brahms als Vorlage dienten.

    Seine produktivste Phase von Liedkompositionen datiert auf die 1940er-Jahre, als er vor allem Texte des späteren Literaturnobelpreisträgers Pär Lagerkvist vertonte. Drei dieser Stücke erklingen heute im Konzert. In „Det är vackrast när det skymmer“ wird die Schönheit der Abenddämmerung, aber auch die Endlichkeit des Menschen besungen. „En gång blir allting stilla“ handelt von der Ruhe und ist das melancholischste der Lieder. „När du sluter mina ögon“ ist dagegen geradezu heißblütig und hat – wie könnte es anders sein – das Licht der Liebe zum Thema. Der Text des vierten Liedes „Regnet“ stammt von Harry Blomberg und zeichnet ein Panorama vom Regen, der nach langer Dürre die Weide wässert – „schmerzend und lieblich zugleich“. Ein treffenderes Bild für die nordische Melancholie lässt sich vermutlich nicht finden. (Florian Zeuner)

  • Liedtexte zu Gunnar de Frumerie

     
    Det är vackrast när det skymmer (Pär Lagerkvist)

    Det är vackrast när det skymmer
    All den kärlek himlen rymmer
    ligger samlad i ett dunkelt ljus
    över jorden, över markens hus

    Allt är ömhet, allt är smekt av händer
    Herren själv utplånar fjärran stränder.
    Allt är nära, allt är långt ifrån.
    Allt är givet människan som lån.

    Allt är mitt och allt skall tagas från mig.
    Inom kort skall allting tagas från mig.
    Träden, molnen, marken där jag går.
    Jag skall vandra ensam, utan spår.

    Det är vackrast när det skymmer (Pär Lagerkvist)

    Es ist am schönsten, wenn es dämmert.
    All die Liebe, die der Himmel bereithält,
    Liegt versammelt in einem dunklen Licht
    Über dem Boden
    Über den Häusern der Erde.

    Alles ist Zärtlichkeit,
    Alles ist von Händen gestreichelt.
    Der Herr selbst löscht ferne Strände aus.

    Alles ist nah, alles ist weit fort.
    Alles ist den Menschen als Leihgabe gegeben.

    Alles ist mein, und alles wird wieder von mir genommen,
    Bald schon wird mir alles genommen.

    Bäume, Wolken, die Erde auf der ich gehe.
    Ich werde wandern einsam ohne jede Spur.

    En Gang blir allting stilla (Pär Lagerkvist)

    „En gång blir allting stilla,
    En gång får allting ro.
    Ej något skall förvilla min själ
    På kvällens bro.
    Ej skall jag se tillbaka,
    ej heller framåt än,
    allt minne är och vaka
    och liv och död min vän.“

    En gång blir allting stilla (Pär Lagerkvist)

    Einst wird alles still,
    Einst kommt alles zur Ruh’.

    Nichts wird meine Seele täuschen
    Auf des Abends Brücke.
    Ich werde nicht zurückblicken,
    Und auch noch nicht nach vorn,
    Alles ist Erinnerung, und Innehalten
    Und Leben und Tod mein Freund.

    När du sluter mina ögon (Pär Lagerkvist)

    När du sluter mina ögon
    med din goda hand
    blir det bara ljust omkring mig
    som i soligt land.
    Du i skymning vill mig sänka
    men allt blir till ljus!
    Du kan intet annat skänka mig
    än ljus, blott ljus.

    När du sluter mina ögon (Per Lagerqvist)

    Wenn Du meine Augen schließt
    Mit Deiner guten Hand
    Wird nur Licht um mich sein
    Wie in sonnigem Land.

    Du willst mich in Dämm’rung senken,
    Aber alles wird zu Licht!
    Du kannst mir nichts and’res schenken als Licht,
    Nur Licht!

    Regnet (Harry Blomberg)

    Kal stod hagen
    Efter bitter torka,
    Tom på blommor och på fågelsång,
    Och den klagade:
    Hur skall jag orka bära
    Blad och fåglar än en gång?

    Då kom regnet som en skur av tårar
    Smärtande och ljuft på samma gång
    och i hagen, grön som alla vårar
    Ljöd i jubel åter fågelsång.

    Regnet (Harry Blomberg)

    Kahl stand die Wiese nach bittrer Dürre,
    Leer von Blumen und von Vogelgesang,
    Und klagte:
    Wie soll ich die Kraft finden, wieder Blumen und Vögel zu tragen?

    Da kam der Regen wie ein Schauer von Tränen
    Schmerzlich und süß zugleich
    Und auf der Wiese, grün wie in jedem Frühling,
    Klang jubelnd wieder Vogelsang.

  • Joseph Eidson: der Zeitgenosse

     
    Heute ist es eher selten geworden, dass Komponisten von klassischer Konzertmusik unter den Lebenden weilen. Doch Ausnahmen bestätigen bekanntlich die Regel. Und die trägt in diesem Fall den Namen Joseph Eidson. Mit seinem Geburtsjahrgang 1981 zählt der US-Amerikaner zur jüngeren Komponistengeneration. Uraufführungen von weltbekannten Ensembles oder Künstlern weist sein Portfolio noch nicht auf. Seine Referenzorchester sind die Metropolitan Wind Symphony, die Dallas Wind Symphony oder das Ensemble für Neue Musik der Universität Texas. Dort hat er auch seinen Master im Fach Komposition abgelegt. Später folgte noch ein Doktor an der University of Kansas.

    Mittlerweile lehrt Eidson selbst – zuletzt am Sunderman Conservatory des Gettysburg College. Daneben komponiert er am liebsten ganz klassisch für Bläserensemble oder Gesang. Hin und wieder greift er aber auch auf Unterhaltungselektronik zurück, um Musik zu schaffen. Angetan hat es ihm insbesondere ein Klangspektrum, wie es in alten Spielkonsolen oder Computern zu finden ist. Chipmusik wird das in Fachkreisen genannt. Wer sich noch an Atari oder Gameboy erinnern kann, der dürfte eine konkrete Vorstellung davon haben.

    Besonders rühmt sich Eidson dafür, Stücke zu schreiben, die den Musikern beim Spielen Spaß bereiten. Ein gutes Beispiel dafür sind die „Songs of Enchantment and Wonder“ für Mezzosopran und Klavier. Sie stammen aus dem Jahr 2010 und basieren auf vier ausgewählten Gedichten aus dem Band „A Child’s Garden of Verses“ des Schatzinsel-Autors Robert Louis Stevenson, das erstmals 1885 erschienen ist . Im Konzert erklingen die ersten beiden Lieder dieses Zyklus.

    Was unmittelbar ins Ohr fällt, ist die Eindringlichkeit, mit der sich Eidson musikalisch in die Szenerie hineinversetzt. „Good and Bad Children“ bietet eine überspitzte Darstellung, was mit guten und schlechten Kindern passiert. Wie auch der Text nimmt die Musik die Perspektive der Kinder ein, die in ihrer Naivität die Warnungen der Eltern sehr wörtlich verinnerlichen – was durchaus seine lustigen Momente hat. In „The Land of Nod“ begibt sich ein Kind des Nachts auf die Reise in das Lande Nod. Damit ist nicht die Gegend gemeint, in der sich Kain niedergelassen hat, nachdem er seinen Bruder Abel erschlagen hat, sondern schlicht die Traumwelt. Düster wie zu biblischen Zeiten geht es dort aber auch zu, ja teilweise sogar gruselig.

    „Songs of Enchantment and Wonder“ entstand für die Mezzosopranistin Lisa Nehrer. Die Uraufführung lässt sich für alle Interessierten auf YouTube nacherleben. Besonders bemerkenswert sind dabei die performativen Elemente, die die Sängerin in ihre Darbietung einbaut. (Florian Zeuner)

  • Liedtexte zu Joseph Eidson

     
    The land of Nod  (Robert Louis Stevenson)

    From breakfast on through all the day
    at home among my friends I stay
    But ev’ry night I go abroad
    afar into the land of Nod.

    All by myself I have to go,
    with none to tell me what to do.
    All alone beside the streams
    and up the mountainsides of dreams.

    The strangest things are there for me,
    both things to eat and things to see,
    and many frightening things abroad
    ’till morning in the land of Nod.

    Try as I like to find the way,
    I never can get back by day.
    Nor can remember plain and clear
    the curious music that I hear

    The Land of Nod (Robert Louis Stevenson)
    (Nod ist das Land, in das Kain auswanderte, nachdem er seinen Bruder erschlagen hatte.)

    Vom Frühstück an, den ganzen Tag
    Bleib ich zuhaus mit meinen Freunden.

    Doch jede Nacht wand’re ich aus,
    Fern in das Land Nod.

    Ganz allein muß ich gehen,
    Mit keinem, der mir sagt, was ich zu tun hab’,
    Ganz allein entlang des Stroms und hinauf zu den Hügeln der Träume.

    Dort gibt es für mich die eigenartigsten Dinge,
    Sowohl Dinge zu essen als auch zu sehen,
    Schreckliche Dinge
    Dort drüben im Land Nod, bis zum Morgen.

    Ganz gleich, wie ich mich bemühe,
    Kann ich doch nie bei Tag dorthin zurück gelangen.
    Auch kann ich mich nicht deutlich und klar erinnern
    An die eigenartige Musik, die ich höre.

    Good and Bad Children (Robert Louis Stevenson)

    Children you are very little
    and your bones are very brittle
    If you would grow great and stately
    you must try to walk sedately.

    You must still be bright and quiet
    and content with simple diet
    and remain through all bewild’ring
    innocent an honest children.

    Happy hearts and happy faces.
    Happy play in grassy places.
    That was how, in ancient ages,
    Children grew to kings and sages.

    But the unkind and the unruly
    and the sort who eat unduly,
    They must never hope for glory
    Their’s is quite a different story!

    Cruel children, crying babies
    all grow up as geese and gabies.
    Hated, as their age increases
    by their nephews and their nieces.

    Good and bad children (Robert Louis Stevenson)

    Kinder, Ihr seid sehr klein,
    Und Eure Knochen sind sehr zerbrechlich.

    Wenn Ihr groß und stattlich werden wolltet,
    Müsstet Ihr versuchen, gepflegt zu gehen.

    Ihr müsst zudem klug und ruhig sein,
    Und zufrieden mit einfacher Kost.

    Und bei all dem verwunderliche,
    Unschuldige und ehrbare Kinder bleiben.

    Glückliche Herzen und glückliche Gesichter.
    Glückliches Spiel auf dem Rasen.

    Das war in längst vergangenen Zeiten,
    Wir Kinder heranwuchsen
    Zu Königen und Weisen.

    Doch das bösen und die Ungezogenen Kinder,
    Und die, die zuviel fressen,
    Die sollen niemals Ruhm erhoffen;
    Denen blüht eine ganz and’re Geschichte!

    Grausame Kinder,
    Heulende Babys.
    Sie werden groß als Gänse und Zicken.
    Wenn sie älter werden,
    Werden sie gehasst,
    Von ihren Nichten und Neffen.

  • Nadia Boulanger: die Grande Dame

     
    „Mir ist es am liebsten, wenn man mich in folgender Reihenfolge sieht: 1. Musikerin, 2. Lehrerin, 3. Dirigentin und 4. Frau.“ So lautet die Einschätzung von Nadia Boulanger, der französischen Grande Dame der Musik des 20. Jahrhunderts, an der damals kein Weg vorbei führte. Sie reüssierte früh als Klavier- und Orgelsolistin, ihre zahlreichen Schüler erwiesen sich über Jahrzehnte als prägend für die klassische Musik, sie dirigierte die bekanntesten Orchester der Welt und – es lässt sich nicht verleugnen – eine Frau war sie auch. Wahrscheinlich die erste, die in der Musikszene vollständig anerkannt war.

    Als eines sah sie sich aber offensichtlich nicht: als Komponistin. Dabei hat sie sich durchaus auf diesem Feld betätigt. Ihre ersten Lieder schrieb sie, da war sie gerade erst ins Teenageralter gekommen. Mit kaum 20 Jahren erlangte sie den 2. Preis bei Frankreichs renommiertestem Kompositionswettbewerb, dem Prix de Rome. Doch bald darauf erkannte sie in ihrer sechs Jahre jüngeren Schwester Lili eine Persönlichkeit, die noch weit mehr Talent fürs Komponieren besaß. Fortan stellte sie ihre eigenen Ambitionen zurück und unterstützte stattdessen ihre Schwester – mit Erfolg. Als erster Frau gelang es Lili Boulanger 1913, den Hauptpreis beim Prix de Rome zu gewinnen. Eine atemberaubende Karriere zeichnete sich ab. Doch das Schicksal wollte es anders. Die gesundheitlich fragile jüngere Schwester verstarb im Jahr 1918 und Nadia Boulanger beschloss nie wieder zu komponieren, sondern ihr Können lieber in die Ausbildung talentierter Komponisten und Komponistinnen zu stellen.

    Als gestrenge, aber aufgeschlossene Lehrerin machte sich Nadia Boulanger von da an einen Namen. Marion Bauer gehörte zu ihren ersten Schülerinnen, später folgte dann das zukünftige Who is Who der Komponistenszene: Aaron Copland, Astor Piazzolla, Leonard Bernstein, Quincy Jones und Philip Glass zählten zum Kreis ihrer scherzhaft so bezeichneten „Boulangerie“. Aber auch renommierte Kollegen wie Igor Strawinsky oder Maurice Ravel kamen für einen künstlerischen Austausch regelmäßig in ihre Pariser Wohnung.

    Unterrichtet hat Nadia Boulanger bis ins hohe Alter. Und auch ihrem Schwur, nie mehr zu komponieren, ist sie bis zuletzt treu geblieben. Lediglich im Jahr 1922 machte sie eine Ausnahme, als ein Zyklus von sieben Liedern herauskam, von denen eines – „Soir d’hiver“– schon älteren Datums war, die restlichen sechs – darunter „Chanson“ –aber neu geschrieben worden sind.

    „Soir d’hiver“ ist ein äußerst dramatisch gehaltenes Lied. Der Text stammt von der Komponistin selbst. Die Szenerie ist klassisch: Eine junge Frau wiegt ihr kleines Baby. Damit es einschlafen kann, singt sie ihm ein Lied vor. Doch dann stoppt sie. Sie erinnert sich an den Vater, den Mann, den sie liebt, den Mann, der sie verlassen hat, der wahrscheinlich in den Krieg ziehen musste. Sie schluchzt, doch dann wird ihr gewahr, dass er in Form ihres Sohnes geblieben ist. Auch „Chanson“ kommt weit weniger unschuldig daher, als der Titel vermuten lässt. Thema ist die Untreue. Ein Herz wird achtlos zu Markte getragen, zum Spaß für ein Lied verkauft. Einem pochenden Herze gleich pulsieren auch die Achtelnoten der Klavierbegleitung ruhelos durch die Komposition. Doch es ist kein beständiges Schlagen, das da ertönt. Andauernde Tempowechsel erwecken eher die Assoziation einer Herzrhythmusstörung, die durch teils dissonante Harmonien noch verstärkt wird. Das Ende vom Lied kommt dann abrupt und schmerzhaft. Für einen versöhnlichen Ausklang sorgt im Anschluss die frühe Komposition „Cantique” aus dem Jahr 1909, eine sphärisch perlende Hymne über die Kraft der Liebe. (Florian Zeuner)

  • Liedtexte zu Nadia Boulanger

     
    Soir d‘hiver (Nadia Boulanger)

    Une jeune femme berce son enfant.
    Elle est seule, elle pleure, mais elle chante,
    Car il faut bien qu’il entende la chanson douce et tendre
    Pour qu’il s’endorme.

    « Voici Noël’ mon petit enfant bleu.
    Les cloches sonneront pour que tu sois joyeux. »

    Celui qu’elle aime est parti…
    Et la chanson s’arrête!
    Elle dit: » Où est-il à cette heure?
    Entend-il ma voix?
    Et sait-il que je vis? »

    Elle pleure si simplement que le coeur en a mal.
    Elle regarde son fils et cherche
    s’il ressemble à celui qu’elle attend inlassablement,
    De toute son âme,de toute sa tendresse!

    Elle pleure,mais elle espère!
    Elle entend de loin la Victoire,
    Elle divine la lutte sans merci,
    Mais elle croit a la Justice,

    Elle sait que toute une vie s’est donnée,
    Joyeuse et fière,
    Et elle attend,
    Auprès de ce berceau si petit,
    Qui tient le coeur d,un homme.

    Soir d’hiver 1914-1915 (Nadia Boulanger)

    Eine junge Frau wiegt ihr Kind.
    Sie ist allein,
    Sie weint,
    Aber sie singt,
    Denn es muß das süße und zarte Lied hören,
    Um einzuschlafen.

    „Jetzt ist es Weihnacht, mein kleines, amrseliges Kind.
    Die Glocken klingen
    Damit Du fröhlich bist.“

    Der, den sie liebt, ist fort….
    Und das Lied bricht ab!

    Sie sagt:“Wo ist er zu dieser Stunde?
    Hört er meine Stimme?
    Und weiß er, daß ich lebe?“

    Sie weint ganz einfach,
    Aus ganzem herzen,
    Mit all ihrer Zärtlichkeit!

    Sie weint, aber sie hofft!
    Sie hört von fern den SIEG,
    Sie sieht einen Kampf ohne Gnade kommen,
    Aber sie glaubt an die Gerechtigkeit,
    Sie weiß, daß sich ein Leben ganz gegeben hat,
    Freudig und stolz,
    Und sie wartet,
    Bei dieser so kleinen Wiege,
    Die das Herz eines Menschen birgt.

    Chanson / Elle a vendu mon coeur (Camille Mauclair)

    Elle a vendu mon coeur
    Pour une chanson:
    Vends mon coeur à la place,
    ô colporteur
    A la place de la chanson

    Tes chansons étaint blanches
    La mienne es coleur de sang:
    Elle a vendu mon coeur
    O colporteur
    Elle a vendu mon coeur
    En s’amusant

    Et maintenant chante mon coeur
    Sur les places, aux carrefours
    Tu ferras pleurer colporteur
    En racontant mon grand amour

    Pendant qu’elle fera rire
    Les gents à sa noce venus
    En chantant la chanson pour rire
    Pour chi elle ha mon coeur vendu

    Song / She sold my heart for a song
    Englische Übersetzung von Hélène Lindqvist

    She sold my heart for a song
    Sell my heart at the square,
    dealer,
    in place of the song

    Your songs were white
    My song is the color of blood
    She sold my heart,
    dealer,
    for the fun of it

    And now my heart sings
    at the squares, at the crossroads
    You will make people cry,
    dealer,
    telling the story of my vast love

    Meanwhile she will entertain the people
    attending her wedding
    singing the funny song
    for which she sold my heart

    Cantique (Maurice Maeterlinck)

    A toute âme qui pleure
    A tout péché qui passe
    J’ouvre au sein des étoiles
    mes mains pleines de grâces

    Il n’est péché qui vive
    Quand l’amour a parlé
    Il n’est àme qui meure
    Quand l’amour a pleuré

    Et si l’amour s’égare
    Aux sentiers d’icibas
    Ses larmes me retrouvent
    Et ne s’égarent pas

    Cantique (Maurice Maeterlinck)

    Jeder Seele, die weint,
    Jeder Sünde, die vorübergeht,
    Öffne ich am Busen des Sternenhimmels
    Meine Hände
    Voller Gnade.

    Es lebt nicht die Sünde,
    Wenn die Liebe gesprochen hat,
    Es stirbt nicht die Seele,
    Wenn die Liebe geweint hat,

    Und, wenn die Liebe sich verirrt
    Auf den irdischen Wegen
    Werden mich ihre Tränen wiederfinden
    Und sich nicht verirren.

Wir bedanken uns bei unseren Festivalförderern