Gipfelstürmer

Die Wundertüte der Gezeitenkonzerte

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Die “Langen Nächte der Gipfelstürmer”

Antong Zou und Christoph Heesch
Antong Zou und Christoph Heesch, Foto: Karlheinz Krämer
Felicitas Erben
Felicitas Erben als Gretchen/Mephisto, Foto: Karlheinz Krämer

Nun ist auch das allseits beliebte Konzertformat der „Langen Nächten der Gipfelstürmer“ in dieser Spielzeit vorbei und wieder war es ein voller Erfolg. Schon wenige Tage nach dem offiziellen Vorverkaufsbeginn im März waren beide Nächte bis auf den letzten Platz vergriffen. Was anderorts allenfalls als ein Geheimtipp gilt, gehört hier im maritimen Ostfriesland zu einem der Highlights der Gezeitenkonzerte. Und das zu Recht. Die jungen Künstler zwischen 19 und 28 stehen allesamt noch ganz am Anfang einer vielversprechenden Karriere. Deshalb sind sie noch voller Energie und Neugier und bringen “Frischen Wind” nach Aurich. So unterschiedlich die Musiker und Schauspieler waren, so vielschichtig und interessant war auch das zusammengestellte Programm. →Weiterlesen… “Die Wundertüte der Gezeitenkonzerte”

Ein schöner Start in die Festivalsaison 2019

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Begeisternder Auftakt in der Lambertikirche Aurich mit Weltklassegeiger Daniel Hope

Geschrieben von Steffen Henninger

Daniel Hope, Foto: Karlsheinz Krämer

Am Freitag den 14.06.2019 begann endlich die lang ersehnte diesjährige Konzertreihe der Gezeitenkonzerte, unter dem Motto „Frischer Wind!“. Dabei war dieses Konzert auch gleich nach wenigen Tagen ausverkauft. Vor allem auch da sich viele noch an das schöne Konzert im letzten Jahr erinnerten. Die dadurch geweckten Hoffnungen sollten auch dieses Jahr wieder ausgezahlt werden. Nach einer kurzen Rede von Landschaftspräsident Rico Mecklenburg kam auch schon das Kammerorchester „L’arte del mondo“ mit Stargeiger Daniel Hope auf die Bühne.

Auftaktkonzert Catering, Foto: Karlheinz Krämer

Diese begannen zunächst ganz traditionell mit Vivaldis vier Jahreszeiten, wobei der Solist diese geradezu lächerlich schweren Violinkonzerte aussehen ließ, als wären sie kinderleicht. So entstand ein extrem klares und leichtfüßiges Spiel.

In der folgenden Pause wurde dann der laue Sommerabend mit dem Catering der Firma AG Ems auf der Wiese vor der Kirche genossen. Nach der Pause hielt zunächst unser künstlerischer Leiter Prof. Matthias Kirschnereit eine Rede in der er auf das diesjährige Motto, den „frischen Wind“ einging und vor allem freudig einen Ausblick darauf gab, dass Daniel Hope bereits Interesse für ein Projekt im nächsten Jahr in Aussicht gestellt hätte. In der zweiten Hälfte des Konzertes folgte dann die für viele unbekannte Neukomposition Max Richters zu den Themen der zuvor vertonten vier Jahreszeiten. Diese merkbar modernere Fassung begeisterte das Publikum mit fast filmmusikartigen Klängen zu den wohlbekannten Melodien.

Erst als Hope mit seinem „Guten Abend, gute Nacht“, dass er „mal eben“ um ein paar Variationen erweiterte, praktisch zum Ende aufforderte, flaute der Applaus des begeisterten Publikums ab. Auch im Anschluss des Konzertes konnten die Gäste diesen herrlichen Sommerabend nach einem phantastischen Konzert ganz entspannt ausklingen lassen.

 

Brüllende Hitze mit Czech Brass in Wiesmoor

Czech Brass, Foto: Karlheinz Krämer

Am Dienstag den 25.06.2019, dem bis dato heißesten Tag des Jahres, öffnete der Gartenpark in Wiesmoor für die Gezeitenkonzerte seine Pforten. Bei 35°C zeigte Ostfriesland, dass es selbst hier mal außergewöhnlich heiß sein kann.

So schmiss das Publikum schon alles von sich, aber vor allem die Künstler hatten gewaltig zu kämpfen.

Diese spielten in der ersten Hälfte ein eher klassisches Repertoire, wobei sie für jedes Stück eine lustige Anekdote zu dieser Hitze fanden. Nach der Pause veranlasste die Hitze die Künstler dazu, die überaus anspruchsvolle und wohl zu lange Ouvertüre zu Rossinis Wilhelm Tell durch Händels Messias zu ersetzen. Es sei einfach „too exhausting“.

Die so folgende zweite Hälfte bestand dann überwiegend aus absoluten Klassikern der Romantik mit Stücken aus Tschaikowskis Balletten und Bizets Opern.

Trotz der Hitze zwang das Publikum die Musiker dann mit ihrem Applaus zu einer Zugabe, wobei das Stück, das sie aus Bizets Carmen wiederholten, hinterher absolut jedem, mit dem man sich an dem Abend noch unterhielt als Ohrwurm im Gedächtnis blieb.

 

Mozart zum Entspannen mit Elisabeth Leonskaja in Remels

Am Dienstag den 02.07.2019 fand man sich zu einem Klavierabend mit der weltbekannten Pianistin Elisabeth

Leonskaja in der Kirche in Remels ein. Die kleine Kirche war dabei zum Bersten voll. Als die Solistin den Raum betrat, ging es auch schon ohne ein einziges Wort los. Sofort erklang Mozart, wie er im Buche steht. Ganz sanft, verspielt, fröhlich, eine frühe Sonate so ganz im jugendlichen Leichtsinn. Der eigentlich angedachte Herschkowitz wurde allerdings gegen ein anderes Stück aus der zweiten Wiener Schule getauscht, was aber ähnlich abstrakt-modern ausfiel. Darauf folgte eine spätere Mozartsonate, die hingegen etwas düsterer und wilder gespielt wurde. Damit riss Leonskaja das Publikum in die Welt des um seine Mutter trauernden Mozart. Unter tobendem Applaus ging es dann in die Pause. In der zweiten Hälfte wurde die zweite Wiener Schule von Mozarts Erster umramt.

 

Wir bedanken uns bei unseren Festivalförderern